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Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten!
Hosea, Kapitel 8, Vers 7

Die Kriegsvorbereitungen laufen auf Hochtouren – was man im Großen wie im Kleinen beobachten kann. Vom nahegelegenen Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Doberlug-Kirchhain kommend, rollen fast täglich schwere Bundeswehrfahrzeuge durch die umliegenden Dörfer und Kampfhubschrauber vom Fliegerhorst Holzdorf überfliegen regelmäßig die Region. Seit dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte hat es hier eine solche Präsenz nicht mehr gegeben. Das „Trockenschwimmen“ scheint noch Spaß zu machen, denn die Fahrzeuge donnern durch die Gegend, als gelte es einen Siegeslorbeer zu ergattern. Doch einen Sieg wird es nicht geben und vor allem - die Realität wird diese Pseudo-Helden nicht nur das Schwimmen lehren!

Und nun zum großen „Kriegsspiel“: Just fünf Tage nach dem britischen Referendum für den Austritt aus der EU, stellte die EU- Außenbeauftragte eine neue Strategie für die EU-Sicherheitsarchitektur vor, in welcher es um eine engere Verbindung von EU und NATO geht. Der Zeitpunkt – unmittelbar nach dem Referendum und vor dem NATO-Gipfel in Warschau - war gut gewählt, das muß man sagen. So kam die Bemerkung: „Wir erleben gegenwärtig eine existenzielle Krise, innerhalb und außerhalb der Europäischen Union. Unsere Union ist bedroht.“, gleich viel realistischer rüber und die NATO erstrahlte als Retterin in dieser Not. Gutes Timing eben.

Aber ich will am Anfang der oben verlinkten Zusammenfassung beginnen. Einleitend wird dort die EU-Außenbeauftragte zitiert: „Wir brauchen ein stärkeres Europa. Das sind wir unseren Bürgern schuldig, das wird weltweit von uns erwartet.

Tatsächlich? - ein stärkeres Europa soll also angeblich weltweit erwartet werden. Von wem, bitteschön? Wer auf diesem Erdenrund hat eine Erwartungshaltung gegenüber dem, was die EU ihren Bürgern schuldet? Niemand! Nicht mal die EU selbst schert sich um die europäischen Bürger, sonst wäre sie nicht bemüht, deren demokratische Grundrechte auszuhebeln oder mal eben so die Neutralität einiger Mitgliedsstaaten über den Haufen zu werfen. Folglich kann diese Aussage nur bedeuten, daß die ganze Welt „so ganz allgemein“ ein starkes Europa wünscht - was ebenfalls völliger Unsinn ist. Die überwiegende Zahl der Staaten dieser Erde hat wahrlich genug andere Sorgen. Lediglich die USA haben ein marginales Interesse an Europa, allerdings nur sofern es ihren Zwecken dienlich ist. Für sie besteht der Vorteil der EU unter anderem darin, daß diese für sie leichter steuerbar ist, als mehrere souveräne Staaten.

Es handelt sich also um reines Wunschdenken der EU, die sich selbst völlig überbewertet, was auch die Worte belegen: „Unser europäisches Projekt, das uns in beispielloser Weise Frieden, Wohlstand und Demokratie gebracht hat...“ Man kann nur mutmaßen, was jemand konsumieren muß, um so einen Satz überhaupt aussprechen zu können. Frieden hatte Europa vor allem, weil ihm der letzte Krieg lange genug in den Knochen steckte. Ein noch engerer Schulterschluß mit der NATO beweist, daß die Erinnerungen daran verblaßt sind und ein neuer Krieg in greifbare Nähe rückt. Mit dem Frieden ging der Wohlstand einher, bis die Bankenpolitik der EU die Länder in die Mangel nahm. Und Demokratie - was denn, die EU soll erst die Demokratie gebracht haben? Da liegt wohl die Betonung auf „in beispielloser Weise“!

„Wir werden diese schwierige, zunehmend vernetzte, konfliktreiche und komplexe Welt navigieren ....“ DAS hört sich dann schon direkt nach einer Drohung an. Hat doch keiner von denen „diese Welt“ gefragt, ob sie von ihnen „navigiert“ werden will. Diese Vorstellung entspringt also dem blanken Größenwahn. Wohin dieser immer führt, ist aus der Geschichte hinlänglich bekannt. Der Hinweis auf die schwierige...und komplexe Welt unterstellt, daß nur und ausschließlich die EU-Statisten, natürlich unter US-Regie, in der Lage sind, die Geschicke der Menschheit zu lenken. Das erfordert ein Wilhelm Busch-Zitat: „Wenn einer, der mit Mühe kaum gekrochen ist auf einen Baum, schon meint, daß er ein Vogel wär´, so irrt sich der.“

Es folgen dann die gemeinsamen Interessen und Grundsätze. Diese werden wie folgt beschrieben:

„Die Europäische Union wird den Frieden fördern und die Sicherheit ihrer Bürger und ihres Territoriums garantieren.“ Die Förderung des Friedens wird schon durch die Bindung zur NATO ad absurdum geführt, welche, neben ihren außereuropäischen „Friedenseinsätzen“, mit der völkerrechtswidrigen Zerschlagung Jugoslawiens den besten Beweis für das Gegenteil geliefert hat. Und die Sicherheit der Bürger wird momentan ja augenscheinlich durch das un-gesicherte Territorium „garantiert“. Also ebenfalls ein Paradoxon, aber egal, wen interessieren schon solche Kleinigkeiten, wenn man sich zu Größerem berufen fühlt.

„Die EU wird den Wohlstand ihrer Bevölkerung mehren. .... Für eine wohlhabende Union bedarf es auch eines offenen und fairen internationalen Wirtschaftssystems und eines dauerhaften Zugangs zu den globalen Gemeingütern.“

Vor allem die Griechen und Spanier sind bisher besonders in den „Genuß“ des vermehrten Wohlstandes gekommen. Im letzten Satz wird allerdings deutlich, worum es wirklich geht: um den globalen Zugang zu Gütern, die kurzerhand zu „Gemeingütern“ erklärt werden.

Es ist nicht nur der koloniale Ungeist Europas, der eine solche Sichtweise fördert, sondern auch der Ungeist der USA, der aus einem solchen Ansinnen spricht. Diese haben bereits vorab in ihrer nationalen Sicherheitsstrategie und ihrer Militärdoktrin erklärt, militärische Gewalt nicht etwa nur zum Schutz ihrer Nation einzusetzen, sondern auch ganz pauschal zur Verteidigung ihrer Interessen! Oder so ausgedrückt: Alles, was wir haben wollen, gehört uns, wem das nicht paßt, der kriegt auf die Schnauze. Das ist in der amerikanischen Politik ja seit langem Usus und nun zieht die EU nach.

So heißt es: „Die EU wird eine auf Regeln basierende Weltordnung vorantreiben. Wir haben ein Interesse daran, vereinbarte Regeln für die Bereitstellung globaler öffentlicher Güter und für einen Beitrag zu einer friedlichen und nachhaltigen Welt voranzubringen….“

Das mit den „vereinbarten“ Regeln ist nicht so gemeint, darum wird auch nur ein vages Interesse bekundet, und daß die EU daran mitwirken könnte, ist ebenfalls Wunschdenken. Denn diese Regeln werden selbstredend von den USA festgelegt und sollen von der US-gesteuerten NATO - als globalem Angriffsinstrument - umgesetzt werden, falls anderen Weltbewohnern die Richtigkeit dieser Regeln nicht einleuchtet und sie den Zugriff auf „globale öffentliche (sic) Güter“ verweigern und diese womöglich zum Wohl der eigenen Bevölkerung nutzen wollen.

Es folgt des weiteren ideologisch verbrämtes Geschwurbel, beispielsweise vom „idealistischen Ziel, eine bessere Welt (zu) schaffen.“ Wie eine bessere Welt auszusehen hat wird wiederum ganz selbstverständlich einseitig definiert. Was passiert eigentlich mit denen, die dem „Ideal“ der selbsterwählten Göttergemeinschaft nicht entsprechen? Und wie wäre es, wenn man erst mal diese, von US-Willkür entstellte Welt zu einer friedlichen macht, bevor man sich an die „Schaffung“ einer neuen wagt.

Das ganze Machwerk ist eine einzige Kriegserklärung an die übrige Welt! Und zwar eine Kriegserklärung wie sie in der Geschichte wohl selten so demonstrativ und offen verkündet wurde. Mit der US-geführten Kriegsmaschinerie NATO sollen die globalen Interessen der USA an „öffentlichen“ Gütern, bspw. im Nahen Osten oder in Sibirien, befriedigt werden. Damit ist Europa direkt involviert und der größten Kriegsgefahr seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ausgesetzt.

„Vorsorglich“ hat die NATO schon mal den Cyberspace als operativen Bereich deklariert – welcher zukünftig mit Hilfe von konventionellen Waffen bekämpft werden kann. Wie praktisch! Da braucht man keinen Sender Gleiwitz mehr und auch keine Massenvernichtungsmittel, die sich im Nachhinein als Lüge entlarven lassen. Man muß nur behaupten, daß irgendjemand einen virtuellen Hacker-Angriff geführt hat und schon kann man munter einen realen Krieg vom Zaun brechen. Was soll man denn sonst machen, wenn sich Rußland bisher weder in der Ukraine noch in Syrien zu einem Krieg provozieren ließ.

Aber gemach..., „gut Ding will Weile haben“, heißt es. Mit ihrer Kriegsbesessenheit werden es die USA und die von ihr geführte NATO-EU schon noch schaffen, den Dritten WELT-Krieg zu entfesseln - Und er wird seinem Namen gerecht werden! Denn nicht nur die europäischen Staaten, die (allen voran Polen und die baltischen Staaten) förmlich darum betteln, in vorderster Front als Kanonenfutter verheizt zu werden, müssen diesmal den Preis des Wahnsinns zahlen, sondern vor allem die USA. Sie, deren Gier nach fremden Gütern unendlich ist, die sich anmaßen die Erde als ihr alleiniges Eigentum zu betrachten und die Welt mit konspirativen Aktionen, Drohnen-Terror und Kriegen zerrüttet haben, tragen eine Schuld biblischen Ausmaßes. Sollten sie sich tatsächlich mit Rußland anlegen, wird sie diesmal auch eine Antwort biblischen Ausmaßes treffen. Denn sie haben nicht Wind, sondern bereits Sturm gesät und werden folglich einen apokalyptischen Orkan ernten. Daß Europa dabei mit vom Pferd fällt, haben wir dann vor allem der deutschen Kostüm-Trägerin und der EU zu verdanken, die sich willig als Erfüllungsgehilfe anbiedert. Apropos Dank. Daß es bisher noch nicht zum Eklat gekommen ist, haben wir lediglich der Besonnenheit Rußlands zu verdanken – DAS ist die Wahrheit (Video ab 20:45).