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Herr, vergib ihnen nicht, denn sie wissen, was sie tun.
26.06.2015

Aller „guten Dinge“ sind drei. Wenn man selbst noch nicht Zeitzeuge von Kriegsvorbereitungen war, kann man sich heute einer gewissen, haarsträubenden Faszination nicht entziehen, wenn man sieht wie diese in aller Deutlichkeit vonstatten gehen, aber keiner willens oder in der Lage ist sie zu stoppen.

Es ist immer das gleiche Schema und es läuft ab wie ein schlechter Film. Die, die an schlechte Filme gewöhnt sind, bemerken nicht, mit welchen Mitteln Regie geführt wird und noch weniger, daß sie das Ganze wahrscheinlich bald als Heimkino „genießen“ können.

In der Schulchronik unseres Ortes ist über die Kreislehrerkonferenz vom 20. Juni 1913, also ein Jahr vor dem Ersten Weltkrieg, notiert: „Das Thema hieß: Wie pflegen wir in unserer Jugend altpreußischen Opfermut und jenen kriegerischen Sinn, dessen kein Volk entraten kann, wenn es in stürmischen Tagen bestehen will?“

Nun, die Einstimmung auf kriegerischen Sinn übernehmen heutzutage die Medien. So schreibt Die Welt: „Die Menschen im Westen sind kaum noch bereit, zur Verteidigung ihrer Errungenschaften und ihrer Freiheit zur Waffe zu greifen.“

Wohlgemerkt: zur Verteidigung! Es wird damit eine angebliche Bedrohung suggeriert und Bilder wehrhafter Soldaten untermalen das Szenario. Die Leserkommentare darunter verdeutlichen allerdings, daß die Anstrengungen, trotz der beispiellosen Anti-Rußland-Propaganda seit einem Jahr, nicht so recht fruchten. Mit den Appellen an den Opfermut und dem „Volk ohne Raum“ hat das noch besser geklappt.

Dennoch ist die Einstimmung des Volkes auf einen bevorstehenden Krieg wesentlicher Bestandteil von Kriegsvorbereitungen. Damit sich die Menschen bedroht fühlen, ist zudem die Schaffung und Dämonisierung eines klaren Feindbildes nötig. Das hört sich dann so an:

Neurussland ist eine reale Bedrohung

STOPPT PUTIN JETZT!

oder, etwas dezenter: „das Russland Wladimir Putins, das postimperial denkt und präimperial träumt.“

Der amerikanische Friedensnobelpreis-Präsident stellt angebliche „Aggressionen“ Rußlands kurzerhand mit den IS-Extremisten und der Ebola-Epidemie auf eine Stufe und ausgerechnet ein deutscher Bundespräsident wagt es, in einer Gedenkrede zum Beginn des Zweiten Weltkrieges Putin mit Hitler zu vergleichen "Die Geschichte lehrt uns, dass territoriale Zugeständnisse den Appetit von Aggressoren oft nur vergrößern."

Monoton und stetig, mal leiser - wie ferne Kriegstrommeln -, mal lauter - wie Kanonendonner-, wird Rußland als Aggressor beschworen, damit das Volk lernt, sich auf Krieg einzustellen.

Und einige lernen es tatsächlich. Zum Beispiel die „Guten“, denen es so sehr am Herzen liegt, alle Völker mit westlicher Demokratie zu beglücken. Oder die „Mutigen“, denen daran gelegen ist, in einem schlechten Film als Statisten mitzuwirken. Oder die „Intellektuellen“, denen vollkommen klar ist, daß man die russischen „Aggressionen“ nicht dulden darf - nämlich die „Annexion“ der Krim und die „russische Invasion“ in der Ostukraine. Bitte die Bildunterschrift im Link beachten: „Truppentransporter nahe der Separatistenhochburg Donezk“. „NAHE“ kann beim größten Land der Erde – die Russische Föderation umfaßt 17.098.240 km² – auch irgendwo zwischen Moskau und Donezk heißen.

Am 16. März 2014 wurde ein Referendum über den Status der Krim durchgeführt, bei welchem mehrheitlich für einen Anschluss an Russland gestimmt wurde.

„In einer völkerrechtlich nicht bindenden Resolution vom 24. März 2014 bezeichnete eine absolute Mehrheit von 100 Staaten der UNO-Vollversammlung das Referendum auf der Krim als ungültig, während 58 Staaten sich enthielten, andere der Abstimmung fernblieben und elf dagegen stimmten, darunter Syrien, Nordkorea und Kuba. Russland hat dem Westen wirtschaftlichen Druck und Erpressung zahlreicher Staaten bei der Abstimmung vorgeworfen.“ (Quelle: Wikipedia)

Das heißt, auf Grund einer völkerrechtlich nicht bindenden Resolution wurde aus einem Referendum eine Annexion - so geht’s natürlich auch. Was die „russische Invasion“ in der Ostukraine betrifft, so konnte diese zwar bisher nicht bewiesen werden, was die Medien aber nicht daran hindert, von immer neuen Truppentransporten zu berichten.

Denn das US-Verteidigungsministerium hat festgelegt: Rußland zeige „dass es keinen Respekt vor der Souveränität seiner Nachbarn hat“ und „Russlands Kriegshandlungen gefährden die regionale Sicherheit.“

„Rußlands Kriegshandlungen“... Also die angebliche „Annexion“ der Krim, die angebliche „Invasion“ in der Ostukraine und die fiktive Bedrohung der Baltischen Staaten. Wen wundert´s, daß dann selbst ein paar russische Motorradfahrer eine "Bedrohung für die öffentliche Sicherheit" in Deutschland darstellen, während Europas Osten den „Triumphzug“ von US Truppen feiert.

Jedes Militärmanöver Rußlands auf eigenem! Territorium wird als „Bedrohung“ dargestellt. Insbesondere die skandinavischen und baltischen Staaten sind bereits in Kriegs-Hysterie versetzt und darum erhöht die NATO ihre schnelle Eingreiftruppe auf 40 000 Mann.

Ja, so kann das was werden, so kann man einen Krieg aus dem Boden stampfen. Und die Medien marschieren im Gleichschritt mit, um nicht zu sagen: mit ruhig festem Schritt. Jeder, der vor diesem Wahnsinn warnt wird diskreditiert. Wie bspw. Oskar Lafontaine, der am 22.06.2015 auf Facebook schrieb:

"Fuck the US-Imperialism" - US-"Verteidigungs-" also -Kriegsminister in Berlin
Der US-Kriegsminister ruft die Europäer dazu auf, sich der russischen "Aggression" entgegenzustellen. Dabei hätten die Europäer allen Grund, sich der Aggression der USA entgegenzustellen. Der Großmeister der US-Diplomatie George Kennan bezeichnete die Osterweiterung der Nato als den größten Fehler der US-Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg, weil sie einen neuen Kalten Krieg zur Folge habe. Die US-Diplomatin Victoria Nuland sagte, wir haben über fünf Milliarden Dollar aufgewandt, um die Ukraine zu destabilisieren. Sie zündeln immer weiter und Europa bezahlt mit Umsatzeinbrüchen im Handel mit Russland und dem Verlust von Arbeitsplätzen."Fuck the EU" ,sagte die US-Diplomatin Nuland. Wir brauchen eine europäische Außenpolitik, die den kriegstreibenden US-Imperialismus eindämmt! Fuck the US-Imperialism!“

Die Vorbereitungen zum Krieg folgen dem bewährten Schema, nur der Ausgang wird diesmal ein anderer sein. Vor allem auch für die USA, die schon in kollektive Schockstarre verfallen, wenn zwei Türme einstürzen.

Und danach – falls es überhaupt ein Danach gibt – wird es wieder niemand! gewußt und gewollt haben...

Es ist an der Zeit!

It is time to revolt against the war!