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Zivilcourage
05.08.2016

Dieses Wort wird heutzutage oft von der Politik bemüht, wenn es darum geht, vom eigenen Versagen abzulenken. Erwünscht ist sie folglich nur, wenn sie den ideologischen Vorgaben entspricht und entgegen ihrer Natur im Herdengeist verankert ist. Das ist seit eh und je das „Problem“ der Zivilcourage. Da sie nämlich grundsätzlich für selbständiges Engagement und ebensolche Handlungen steht, die sich für die Werte einer Gesellschaft einsetzen, ergibt sich zwangsläufig eine Diskrepanz, wenn diese Werte von staatlicher Ideologie überschattet werden.

Am vergangenen Mittwoch liefen zwei Migranten auf die Bundesstraße 35 nahe Hildesheim, um dort per Sitzstreik ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen. Nun weiß jeder in diesem Land, daß eine solche Aktion auf einer stark befahrenen Bundesstraße erstens verboten ist und zweitens nicht nur die Verursacher, sondern auch alle übrigen Verkehrsteilnehmer gefährdet, denn es hätte dadurch ohne weiteres zu einer Massenkarambolage kommen können. Nach überstandener Schrecksekunde gingen drei Männer aus einem der abrupt zum Halten genötigten Fahrzeuge auf die Verursacher zu, vermutlich um ihnen zu erläutern, daß es keine gute Idee ist, ihren Unmut durch einen Sitzstreik auf einer Bundesstraße kund zu tun, sie durch diesen Hinweis zur Aufgabe zu bewegen und dadurch die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. In Anbetracht dessen, daß die Migranten daraufhin zum Parkplatz liefen und mit 25 Mann Verstärkung und Kanthölzern bewaffnet zurück kamen, ist das Verhalten der drei Männer aus dem Fahrzeug durchaus als couragiert zu bezeichnen. Zur Selbstverteidigung konnten sie – falls erforderlich – nur auf das zurückgreifen, was sie bei sich hatten. Da es sich um drei Handwerker handelte, standen ihnen Eisenstangen und Nagelschussgeräte zur Verfügung, welche sie, auf Grund der Zuspitzung der Situation durch die zahlenmäßig weit überlegenen Migranten, aus dem Kofferraum holten. Diese Ausstattung ließ die Migranten offenbar zu der Einsicht kommen, daß sich eine weitere Auseinandersetzung womöglich nicht zu ihrem Vorteil entwickeln würde. Schließlich heißt es nicht umsonst: „Es ist Scheiße, wenn man mit einem Messer zur Schießerei kommt.“ Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, daß die Migranten von einer „Blitzerkenntnis“ (das ist das Gegenteil von einer „Blitzradikalisierung“) getroffen wurden, nämlich, daß es in Deutschland bestimmte Regeln gibt, die integrationswillige Migranten übernehmen sollten.

Die drei Handwerker haben also, trotz persönlicher Bedrohung durch eine mit Hölzern bewaffnete große Überzahl und ganz ohne polizeiliche Unterstützung, nicht nur die Verkehrssicherheit wieder hergestellt, sondern auch die Integrationseinsicht der Migranten gefördert. Das kann man mit Fug und Recht als soziale Leistung und bewiesene Zivilcourage bezeichnen. Es ist allerdings zu befürchten, daß diese nicht entsprechend gewürdigt wird.

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