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Belsazar
14.10.2015

Seit dem Ende des Kalten Krieges hat sich der ohnehin vorhandene Größenwahn der USA ins Unermeßliche gesteigert. Zwangsläufig damit einhergehend ist ein zunehmender Realitätsverlust. Bereits Dostojewski schrieb: „Die Einbildung des Größenwahnsinnigen wird immer stärker sein als jede Wahrheit, die er erfahren könnte.“

So halten sich die USA heute für „die einzige Weltmacht“ und für unangreifbar. Die tönernen Fundamente dieses imperialen Wahns bestehen aus dem US-Dollar, dem US-Militär zuzüglich der US-gesteuerten NATO, dem Schmieden intriganter Komplotte, einem großangelegten Lügenkonzept medialer Berichterstattung sowie der geradezu knechtischen Haltung Europas, vor allem der westeuropäischen Staaten, die ihrem Herrn und Meister bedingungslos folgen.

Mit diesen Instrumentarien lassen die USA ihrer ungezügelten Macht- und Geldgier freien Lauf. Ihr Streben nach globaler Vorherrschaft ist nichts anderes als die heutige Form des Kolonialismus. Die selbsternannte neue Herrenrasse wird dabei von keinerlei Skrupeln geplagt, im Gegenteil, mit kaltschnäutziger Verlogenheit deklarieren sie ihr Vorgehen als Demokratie und „westliche Werte“ bringende Bereicherung. Selbst wenn es tatsächlich um Demokratie und westliche Werte ginge, wäre dieses Ansinnen rassistisch, doch was will man anderes von einer Nation erwarten, die auf der Vernichtung der indigenen Bevölkerung gegründet ist.

Da allerdings nicht jede potentielle „Kolonie“ als solche zu begeistern ist, werden zur Erreichung des Zieles verschiedene Mittel verwendet. In „unwilligen“ Staaten werden Oppositionelle und/oder Terroristen (je nach Verfügbarkeit) gefördert und finanziert, um einen Regimewechsel zu inszenieren und die legitime Regierung durch Putsch oder Bürgerkrieg zu beseitigen, getreu des alten Sprichwort´s: „Auf eines fremden Mannes Arsch, ist gut durchs Feuer fahren.“ Daß es sich dabei um völkerrechtswidrige Einmischungen in die Souveränität fremder Staaten handelt, stört die westliche „Wertegmeinschaft“ nicht im geringsten. Diese „Wertegemeinschaft“ unter Führung der USA schreckt auch vor völkerrechtswidrigen militärischen Interventionen wie in Jugoslawien nicht zurück, welche kurzerhand als humanitärer Einsatz ausgegeben werden.

Seit dem September 2001 sieht die USA zudem ihre Bestimmung im weltweiten „Krieg gegen den Terrorismus“, welcher sie nach eigener Ansicht ebenfalls zu völkerrechtswidrigen Eingriffen und Invasionen wie bspw. im Irak und in Syrien ermächtigt. Daß es dem selbsternannten „Global Sheriff“ auch dabei lediglich um seine geostrategischen und ökonomischen Interessen geht, ist unschwer am Vorgehen zu erkennen. Hussein wurde „präventiv“ auf der Grundlage erfundener Anschuldigungen angegriffen und beseitigt und derzeit ist der Sturz al-Assads anvisiert, weil er es wagte, den Bau einer Erdgaspipeline durch sein Land zu untersagen und weil es einen russischen Marinestützpunkt in Syrien gibt.

Stets dem Motto folgend: „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein“, haben die USA mit ihrem friedliebenden und werteorientierten Wesen, an dem die Welt genesen soll, neben unzähligen Toten eine breite Spur der Verwüstung und politisches Chaos hinterlassen. Wobei es nicht nur „Unwilligen“ so erging, sondern auch den Interessen der USA vormals dienliche Regierungen und deren Länder geschleift wurden.

Bisher hat das alles gut geklappt. Allerdings gibt es ein paar nicht zu unterschätzende Staaten auf diesem Globus, die keine Veranlassung sehen, sich dem imperialen Wahn der USA zu beugen.

So ist der US-Dollar, als ein Sockel im Fundament, zwar noch weltweite Leitwährung, aber er ist keinesfalls unangefochten.

Das US-Militär hat zwar den größten Militäretat der Welt, doch was wenn sich der „Global Player“ USA in seiner vom Größenwahn genährten Überheblichkeit mit einem ernstzunehmenden Gegenspieler wie Rußland anlegt. Denn die Höhe des Etats (mit dem weltweit mehr als 700 US-Militärbasen unterhalten werden) entspricht nicht unbedingt der Schlagkraft. Die amerikanischen Joystick-Piloten können zwar wahllos militärisch schwächere Länder zerbomben, auch Hochzeitsgesellschaften, Trauerzüge und Krankenhäuser - tatsächliche militärische Siege können sie allerdings nicht aufweisen. Die Präzisionsschläge der Russischen Föderation gegen den IS in Syrien sollten ihnen zu denken geben.

Bodentruppen sollten die USA bei einer ernsthaften Auseinandersetzung erst gar nicht in Erwägung ziehen, dazu ein Video das man betiteln könnte: „Unser geschultes Fachpersonal steht ihnen jederzeit zur Verfügung.“ Wie heißt es doch: „Spaß muß sein, sonst geht keiner mit zur Beerdigung.“ Dennoch darf ein Gegner grundsätzlich niemals unterschätzt werden. Dessen ist sich Rußland, im Gegensatz zu den USA, durchaus bewußt. Nicht zu vergessen, daß die USA eine Atommacht sind und ein sterbendes „Imperium“ auch in seiner Agonie gefährlich ist. Zumal wenn dessen Drahtzieher ohnehin schon mit einem Bein in der Hölle stehen.

Dann ist da noch die NATO - ein anachronistisches Gebilde, welches lediglich als aggressives Instrument amerikanischer Interessen dient und damit die Sicherheit Europas stark gefährdet.

Den USA, die schon im 1. und 2. Weltkrieg zu spät oder besser gesagt erst gekommen sind, als sie ohne großen Aufwand ihre Pfründe sichern konnten, kann man es nachsehen, daß sie die militärische Macht Rußlands unterschätzen. Die europäischen NATO-Staaten sollten es allerdings besser wissen. Sie leiden demnach an Amnesie oder an Selbstüberschätzung, wahrscheinlich an beidem, wenn sie auch nur ansatzweise eine militärische Auseinandersetzung mit Rußland in Betracht ziehen. Mal abgesehen davon, daß Rußland, das bisher stets vom Westen angegriffen wurde und nicht umgekehrt, selbst bei konventioneller Kriegführung in der Lage ist, Europa dem Erdboden gleichzumachen, da es neben hervorragenden Waffen eine ganz andere Kampfmoral besitzt, ist die heutige Situation eindeutig. Falls der Russischen Föderation ein Krieg aufgezwungen wird, bspw. indem die NATO verkündet, daß seit 5.45 Uhr „zurückgeschossen“ wird, dann werden nicht nur die in Deutschland und Europa stationierten Atomwaffen von Rußland entsorgt werden, sondern der nördliche Teil des amerikanischen Kontinents dazu. Da die USA seit dem Sezessionskrieg Mitte des 19.Jh. keinen „anständigen“ Krieg mehr erlebt haben, dürfte das eine völlig neue Erfahrung für sie sein. Und eins ist sicher, gegenüber dem was sie dann erwartet, nimmt sich der Einsturz der Zwillingstürme des World Trade Centers wie ein abgefackelter Weihnachtsbaum aus. Die vermeintliche Unangreifbarkeit und Stärke, in der sich die USA offensichtlich wähnen, ist ein Irrglaube, der womöglich auf einem exzessiven Konsum ihrer Actionfilme beruht, sie verwechseln Hollywood mit der Realität.

Beim Schmieden intriganter Komplotte haben die USA, das muß man ihnen allerdings neidlos zugestehen, wirklich eine weltweite Vormachtstellung und kein Komplize ist ihnen dabei zu schäbig, ob ukrainische Faschisten oder islamistische Terroristen, die sie bei Bedarf auch selbst erschaffen. Doch allmählich verheddern sie sich und stellen sich selbst als das bloß, was sie sind: gemeingefährliche Kriegstreiber.

Ein Beispiel: Ihr bisheriger „Einsatz“ in Syrien (seit August 2014 bombardieren die USA nach eigenen Angaben die Terror-Gruppe Islamischer Staat) hat keine wirklichen Erfolge erzielt. Da der IS im syrischen Bürgerkrieg gegen die Regierung al-Assad´s kämpft, ist das wenig verwunderlich - womöglich haben die Piloten statt Bomben „CARE-Pakete“ abgeworfen. Nachdem Rußland seit zwei Wochen al-Assad im Kampf gegen den IS unterstützt, hat die Terrororganisation bereits empfindliche Schläge erhalten und.... die USA -samt NATO- sind empört! Schließlich haben sie noch Verwendung für ihre Mitstreiter.

So direkt will man das natürlich nicht sagen, also erklärt man, daß Rußland gar nicht den IS sondern von den USA unterstützte „moderate Oppositionsgruppen“ wie die „Freie Syrische Armee“ und den syrischen Al-Qaida-Ableger, die Al-Nusra-Front angreift. Diese sind angeblich ebenfalls Gegner des IS, aber vor allem für die USA nützlich Kämpfer gegen die Regierung al-Assad´s - und merke: von den USA unterstützte Terroristen sind natürlich keine bösen sondern gute Terroristen, denen darf man kein „Aua“ tun.

Nun wird die Al-Nusra-Front allerdings vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen als Terrororganisation eingestuft und Rußland hat erklärt, daß es die syrische Armee im Kampf gegen die Terrorgruppierungen unterstützt. Was die „Freie Syrische Armee“ betrifft, so hat Rußland mitgeteilt, mit dieser möglicherweise im Kampf gegen den IS zu kooperieren und die USA um Kontaktvermittlung gebeten. Aber: Fehlanzeige! Weder die USA noch Großbritannien sind bereit, Rußland die entsprechenden Informationen zu liefern, ebensowenig über Stellungen des IS.

Da der IS mittlerweile außer Kontrolle zu geraten droht und für die gesamte Arabische Welt und damit auch für die Golfstaaten, die sich seiner bisher als Mittel zum Zweck bedient haben, eine Gefahr darstellt, ist die Lage prekär. Zumal selbst den Golfstaaten bewußt ist, daß die USA niemals ein wirklicher Partner sind, sondern alle anderen nur für ihre Interessen benutzen. Und so muß der „Weltherrscher“ nun mit ansehen wie Rußland, welches die USA vor kurzem noch großkotzig „isolieren“ wollten, im Nahen Osten die Führungsrolle übernimmt. Game over.

Was das großangelegte Lügenkonzept der medialen Berichterstattung betrifft, so kann man nur mutmaßen, daß es in den USA größtenteils funktioniert und sie darum davon ausgehen, daß sich die übrige Welt davon ebenfalls verblöden läßt. Doch diese Form der primitivsten Propaganda, welcher sich 99,9 % der westlichen Medien angeschlossen haben, erreicht längst nicht den gewünschten Zweck. Im Gegenteil, die Mehrheit ist von dieser einseitigen, verlogenen und vor allem aggressiven Berichterstattung bzw. Hetze angewidert. Im Falle Rußlands gleichen die Medien einer Meute von Dackeln, die einen Kangal ankläffen.

Dennoch ein kurzer Blick darauf: Nachdem Kiew brav! von einer russischen Invasion mit hunderten russischen Panzern und tausenden Soldaten (laut Kiew sollen es so um die 200.000 gewesen sein) fabuliert hatte, wußte die FAZ im August 2014 zu berichten (Hervorhebungen von mir): „Russland habe nach Angaben der amerikanischen Regierung weitere Panzerkolonnen, gepanzerte Fahrzeuge und Raketenwerfer in die Ukraine geschickt. Russische Truppen seien 50 Kilometer hinter der Grenze auf ukrainischem Boden entdeckt worden, ohne dass Details des Einsatzes bekannt wären, teilte das amerikanische Außenministerium am späten Mittwochabend in Washington mit. „Dieser feindliche Einfall deutet darauf hin, dass ein von den Russen gesteuerter Gegenangriff im Gange sein dürfte“, sagte Sprecherin Jen Psaki laut der amerikanischen Zeitung „New York Times“

Insbesondere die USA-gesteuerte Nato warf sich (u.a. mit „unscharfen“ Satellitenaufnahmen) in einen beispiellosen Propagandakrieg, der längst entlarvt ist.

Im Februar 2015 teilte die FAZ mit: „Der Krieg in der Ukraine habe die Effektivität der russischen Truppen bewiesen, sagt der Vize-Kommandeur der Nato in Europa. Das könnte Moskau zu Einmärschen in Bündnisländer verleiten.“

Der Krieg in der Ukraine habe die Effektivität der russischen Truppen bewiesen... Der Satz ist im wahrsten Sinne des Wortes zum Schießen, vor allem wenn er von einem hochrangigen NATO-General kommt. Spätestens seit dem russischen Vorgehen in Syrien sollte es diesem NATO-General allmählich dämmern, daß Rußland - falls es jemals Interesse daran haben sollte – die Ukraine mit einer Fliegenklatsche erledigen kann.

Das Lügenkonzept hat sich selbst vollkommen bloßgestellt, plärrt aber - nun vor allem Syrien betreffend - unbeirrt weiter. Wie ein altes Sprichwort besagt: „Rotzige Leut wollen allweil den andern die Nasen putzen.“

Übrigens, momentan fühlt sich Kiew wohl etwas vernachlässigt und warnt darum davor, daß die russischen Einsätze gegen den IS die globale Sicherheitsordnung gefährden. DAS ist natürlich auch niedlich (und die „gewünschte Ordnung! des Global Player“ betreffend sogar richtig), aber anscheinend (man staune!) sogar den westlichen Medien zu blöd, um es zu veröffentlichen.

In der knechtischen Haltung Europas nimmt „Der Untertan“ Deutschland unangefochten die Spitzenstelle ein. Aber auch die übrigen Knechte biedern sich willfährig an und sind bereit, sich auf dem Altar ihres Götzen USA selbst zu opfern. Dennoch, ob der Sockel Europa auf Dauer tragfähig bleibt, ist fraglich.

Bis jetzt sind sie jedenfalls noch mit den USA geeint gegen den gemeinsamen Feind: Rußland. So warnen! die EU-Außenminister Rußland vor einem weiteren Vorgehen in Syrien. „Die militärische Eskalation berge die Gefahr, den Konflikt zu verlängern, den politischen Prozess zu untergraben und die humanitäre Lage zu verschlechtern.“

Der Witz ist gut! Nach fast fünf Jahren Bürgerkrieg (ausgelöst durch den USA-inszenierten Arabischen Frühling) und einem Jahr erfolgloser „Terrorbekämpfung“ durch die USA sind die EU-Außenminister der Meinung, daß nach zwei Wochen effektivem russischem Einsatz die Gefahr einer militärischen Eskalation bestehe und warnen Rußland vor einem weiteren Vorgehen. Mann oh mann, soviel Frechheit muß man erst mal aufbringen, um so einen Stuß und soviel verlogene Heuchelei öffentlich zu verkünden.

Die bewundernswerte Gelassenheit Rußlands gegenüber den zahllosen Nadelstichen und Beleidigungen, der aggressiven Rhetorik und militärischen Provokation erinnert mich immer an einen Spruch von Michael Augustin: „Erst die linke Backe hinhalten. Dann die rechte Backe hinhalten. Und jetzt ganz locker mit der Stirn voll in die Fresse des Gegners.“

Die USA wissen vermutlich wirklich nicht, wen sie vor sich haben, wenn sie sich mit Rußland anlegen. Ihre Tragik ist, daß sie keinerlei historisch kulturellen Hintergrund besitzen, denn das Abschlachten der Indianer und ihre Sklavenhaltermentalität kann man wirklich nicht als einen solchen bezeichnen. Ein Bemühen darum blieb hinter ihrem Machtstreben zurück. Gegenüber der russischen Kultur und Mentalität erscheinen sie wie kriminelle Halbstarke, die einen Kung Fu-Meister anpöbeln.

Der Unterschied zwischen den USA und Rußland ist so groß wie zwischen Dagobert Duck und Tolstoi´s Olenin oder wie das Getrampel von Amerikanischem Line Dance und dem Zweiten Walzer aus Schostakowitschs Suite für Varieté-Orchester.

Die krankhafte Ideologie der USA wird sie noch in Teufels Küche bringen. Denn beim 3. Weltkrieg, darauf können sie sich verlassen, werden sie nicht zu spät kommen – können, da der ausnahmsweise, und zwar von Anfang an, auch mal auf ihrem Territorium stattfinden wird.

„Und sieh! und sieh! an weißer Wand da kam's hervor wie Menschenhand;
und schrieb, und schrieb an weißer Wand - Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand....“

„Gott befohlen, Brüder! In einer andern Welt wieder!“