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Der Demos
02.12.2019

Der griechische Begriff Demos umfaßt das Volk als soziales und politisches Gebilde, dessen Handeln durch die Willensbekundungen der Gemeinschaft legitimiert und in einer Demokratie in Form der Herrschaft des Demos/Volkes umgesetzt wird. Zu den tatsächlichen Werten! einer Demokratie (übrigens im Gegensatz zu einem sogenannten „Wertesystem“, von dem bezeichnenderweise nur noch die Rede ist), gehören unter anderem: die politische Willensfindung durch freie Wahlen oder Abstimmungen sowie die Akzeptanz oppositioneller Meinungen und Parteien. In diesem Jahr gab es in Brandenburg, Sachsen und Thüringen Landtagswahlen. Und ja, sie waren demokratisch und frei. Folglich zeigte sich auch ein demokratischer Wille. Allerdings wurde und wird dieser von zwei massiv antidemokratischen Makeln begrenzt, die im allgemeinen Konsens unter dem Begriff „Wertesystem“ zusammengefaßt werden.

1. Eine legitime Oppositions-Partei, die AFD, wurde bereits im Vorfeld durch undemokratische Mittel stigmatisiert, vor allem durch das Medienmonopol der etablierten Parteien. Hoch und runter, von morgens bis abends und aus allen systemtreuen Kanälen ist die Bevölkerung davor „gewarnt“ worden, diese Partei zu wählen. Seit Bestehen der AFD werden deren Mitglieder und Wähler im Politik- und Medienkonsens als rechtslastig oder gar „Nazis“ diffamiert. Einem Mantra gleich wurde suggeriert, 1933 stünde vor der Tür, wenn diese Partei Stimmen erhielte. So mancher ließ sich (noch) davon abschrecken. Selbst wenn diejenigen zwar wegen Unzufriedenheit mit der momentanen politischen Situation keine der Systemparteien, sondern irgend etwas unter ferner liefen wählten, war das Ziel der Diffamierung schon erreicht und zeigte Wirkung. (O-Ton): “CDU – auf keinen Fall!, SPD – schon gar nicht!, Linke – neeee!, Grüne – um Gottes Willen!, a-b-e-r... die „Nazis“ kann man doch auch nicht wählen“. Nazis – wenn die Keule gezogen wird, kuscht der Deutsche instinktiv. Warum? Weil er sich nie wirklich mit der Vergangenheit auseinandergesetzt hat. Der Nationalsozialismus, na ja, war schon „...irgendwie schlimm“, aber doch schließlich „aufgedrückt“ von „den Nazis“. Ein abstrakter Begriff, identitätslose Figuren, die den lieben Großvater förmlich gezwungen haben mitzumachen. Und mit diesen (offenbar außerirdischen) Monstern möchte man auf keinen Fall gleichgesetzt werden. Daß der liebe Opapa evtl. selbst ein Monster war – unvorstellbar. Zweifel bleiben; denn wenn der Opapa nun tatsächlich – bspw. aus Feigheit und auch nur ein ganz kleines bißchen – Schuld hatte, sind seine Nachkommen dafür die ganz Guten – und wählen darum niemals, nie und nimmer mehr „Nazis“ bzw. solche, die sie dafür halten. Und sie merken nicht einmal, daß sie mit der Verwendung dieses Begriffes die Gräueltaten der Nationalsozialisten und deren Regime auf unerträgliche Weise verharmlosen. Jeder, der sich dieser Bezeichnung bedient, um Andersdenkende einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen, trägt die Uniform seines Opapas als Standarte vor sich her. Und jeder, der sich davon einschüchtern läßt, hat keinerlei historische und politische Kenntnis, sondern unterliegt genau dem ideologischen Konzept, welchem er sich entziehen wollte.

2. Die AFD hat in Sachsen, Brandenburg und Thüringen (übrigens auch mit Programmpunkten, die vormals von der CDU/CSU vertreten wurden) einen enormen Wahlsieg für sich errungen. Trotzdem feiern sich die faktischen Verlierer, nämlich diejenigen denen die Wähler mehr und mehr abhanden kommen, als Sieger. So etwas nennt man eigentlich schizophren, aber es wird hingenommen. Ebenso, daß damit die demokratische Willensbekundung eines Großteils der Bevölkerung ignoriert wird. Die AFD ist Teil des legalen politischen Meinungsspektrums. Völlig undemokratisch ist es darum, diese Partei trotz ihres Wahlerfolges auszugrenzen. Wenn, wie offensichtlich, die gemeinsame Absicht aller anderen Parteien ausschließlich in dieser Ausgrenzung besteht, ist das aber nicht „nur“ undemokratisch, sondern mehr als jämmerlich und auf Dauer zum Scheitern verurteilt. Denn damit wird deutlich, daß es mitnichten darum geht, Politik zu gestalten, sondern lediglich darum, den eigenen Machterhalt zu sichern. Was bedeutet, daß es sich nicht mehr um eine Demokratie, sondern (Begriff frei wählbar) eher um eine Autokratie oder Ochlokratie handeln dürfte. Jedenfalls um eine Herrschaftsform, die nur noch ideologischen und eigenen Zwecken dient. Denn nicht die eigene Unfähigkeit (harmlos betrachtet und ohne auf „Verschwörungstheorien“ einzugehen, da Honorarkosten von 333 Millionen für sogenannte Regierungsberater (!) für sich sprechen) sowie verheerende Fehlentscheidungen (von massenhafter illegaler Zuwanderung, Verherrlichung des radikalen Islam bis zur sogenannten Energiewende, um nur einiges zu nennen) werden in Frage gestellt, sondern das genau diesen Irrsinn ablehnende Volk, das darum die AFD gewählt hat, wird verunglimpft. Die größte „Gefahr“ gehe dabei übrigens von der arbeitenden Bevölkerung aus, vermutlich weil diese nicht genug Zeit und Lust hat, sich vom angesagten Mainstream verblöden zu lassen. Was soll, was kann man dazu sagen. Nun, spätestens wenn die AFD nicht mehr auf die Akzeptanz anderer Parteien angewiesen ist, und das wird unweigerlich eintreffen, werden die heute besonders „Guten“ und die allzeit üblichen Ideologie-Verkleisterten, nach überwundenem Schock diejenigen sein, die schon immer wußten, daß es so kommen mußte und sie – vor allem sie – es ja auch schon immer so wollten. Es werden die heutigen selbsternannten „Werte- und Wahrheitsschützer“ sein, die, die sich jetzt für die „Vielfalt“ der Scharia einsetzen, aber vielfältige Meinungen absolut nicht ertragen können und einer im wahrsten Sinne des Wortes „grenzenlosen“ Einfältigkeit anheim gefallen sind, die sich dann – wieder einmal – als Gralshüter gerieren werden.

Tja, so sind sie halt, die Deutschen, immer auf dem neuesten Stand, wenn der Wind sich dreht. Aber auch wirklich erst dann, vorher bleibt der gute deutsche Untertan der vorgegebenen Linie treu. Wenn er früher sang: „… heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt“ – so lädt er heute die ganze Welt zu sich ein, und zwar aus ganz genau! demselben Grund wie vormals, nämlich einem Größenwahn oder besser gesagt einer Großkotzigkeit, die aus einem dümmlichen Geltungsbedürfnis gespeist wird. Diese erbärmlichen Eigenschaften sind es auch, die ihn phantasieren lassen, er könne gar „das Klima“ und „die Welt“ retten. Was wiederum geradezu deutsche „Genie-Streiche“ wären, deren Ausgang allerdings zur Genüge bekannt sein dürfte bzw. sollte, es aber offenbar nicht mehr ist. Wenn schon nicht mehr in diesem Land, so doch sehr wohl in anderen. Denn diese Eigenschaften sind es auch, die allen anderen Nationen schon immer an den Deutschen so was von auf den Senkel gegangen sind. Manifestieren sie sich doch nur allzu schnell in einer totalitären Denkweise. Beispielsweise indem irgendein musikalisch minderbemittelter Typ in Sportpalast-Manier brüllt: „Dann liegt es an uns, zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat“. Neeiinn, natürlich nicht nur eine Gesellschaft, sondern auch das Klima, Europa und die Welt… und die Masse der Verwirrten johlt dazu. Wie sich die Bilder gleichen. Oder um es mit Goethe zu sagen: „Allein die Menschen sind NICHTS besser dran, den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben“. (Faust I)