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E X I T
29.06.2016

Den Raben im Tower of London werden die Flügel gestutzt, da, einer Legende nach, der Untergang des Königreichs droht, wenn sie den Tower verlassen. Als Ersatz für die durch Verstümmelung genommene Freiheit, werden sie bestens versorgt: „jeder bekommt 190 Gramm rohes Fleisch täglich, dazu Biskuit, in Blut getränkt.“

Na ja, sie scheinen jedenfalls, nach dem Votum für den Austritt Großbritanniens aus der EU, noch dort zu sein, also kann es für das Inselreich so schlimm nicht werden. Entweder basiert diese Weitsicht auf der Intuition der Vögel – denn notfalls könnten sie auch „per Fuß“ entwischen - oder sie haben sich mit den großen Nagern unterhalten, die bekanntlich ein Gespür für sinkende Schiffe haben. Das Tierreich ist voller Geheimnisse - und das politische Kalkül ebenso. Selbiges bezieht sich keineswegs auf die britische Bevölkerung, sondern darauf, daß das Ergebnis des Referendums in politischen Kreisen womöglich einkalkuliert war. Wie auch immer, das britische Volk hat sich jedenfalls richtig entschieden, und zwar so wie sich vermutlich auch die Einwohner der übrigen Mitgliedsstaaten mehrheitlich entscheiden würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.

Denn, um nochmal auf die Raben zurückzukommen, da drängt sich natürlich ein Vergleich zu den EU-Staaten auf: Letzteren werden die Flügel ebenfalls gestutzt. Mit dem Übergang von der EG zur EU hielt ein hegemonialer Wahn Einzug, der mehr und mehr das Gepräge einer totalitären Diktatur annimmt. Die Anmaßung des Brüsseler Konstrukts erschöpft sich dabei nicht in vollkommen blödsinnigen Vorschriften für Glühbirnen oder Gurken u.s.w, sondern richtet sich zunehmend gegen die Souveränität der Mitgliedsstaaten. Deren nationale Interessen werden als lästig empfunden, da sie einem gesunden europäischen Menschenverstand hinderlich sind, wie der EU-Kommissionschef feststellte: „Zu viele Politiker hören nur auf ihre nationale Meinung. Und wenn man auf seine nationale Meinung hört, dann entwickelt man nicht, was ein gesunder europäischer Menschenverstand sein sollte.“

Na sehen Sie, da hast Du´s! Ein gesunder (sic) europäischer Menschenverstand muß gefälligst ein von Brüssel regiertes, homogenes Großreich Europa anstreben. Kulturelle und traditionelle Unterschiede, die den europäischen Kontinent prägen, am besten einstampfen und daraus eine entwurzelte Masse formen, die willfährig den EU-Chargen zu Diensten ist. Dann gibt es auch Biskuit, in Blut getränkt.

So stellen sich das die kleinen Gernegroß in Brüssel, dieser anachronistische Verein mit feudalistischen Ambitionen, vermutlich vor. Nietzsche schrieb: „Wahnsinn bei Individuen ist selten, bei Gruppen, Nationen und Epochen aber die Regel.“ Und meine Omma pflegte lakonisch zu sagen: „Nach der Zeit kommt eine andere Zeit.“ Denn der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Mit der Entscheidung der Briten hat er den ersten Riß bekommen.

Mal ganz abgesehen davon, daß europäische Großmanssucht in der Geschichte stets in einer Katastrophe endete, können die Brüsseler Knallchargen davon ausgehen, daß der Bürokratismus dieses unseligen EU-Gebildes, welcher die Staaten und deren Menschen zu Objekten seiner Machtpolitik entstellt, den Keim seiner eigenen Zerstörung in sich trägt.

Darüber hinaus stellte bereits Rousseau im „Gesellschaftsvertrag“ fest, daß politisches Handeln, welches der Natur zuwiderläuft, ebenfalls der Zerstörung anheim fällt. Darum kann nur die Bewahrung der nationalen Vielfalt Europas – wozu natürlich Rußland gehört –, geeint in einem flexiblen Staatenbündnis auf der Grundlage gegenseitigen Respekts, ein freies und friedliches Europa gewährleisten.

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