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Hundert Jahre und kein bißchen weise....
28.07.2014

Auf den Tag genau vor hundert Jahren begann der 1. Weltkrieg. Dieser und der darauf folgende 2. Weltkrieg sowie der mit letzterem zeitgleich durchgeführte industrielle Genozid des Holocaust waren die „zivilisatorischen Höhepunkte“ des vorigen Jahrhunderts und der vorangegangenen Jahrhunderte. Vor der Jahrtausendwende 2000/2001 schrieb ich folgende Zeilen:

Tausend Jahr´...

Wie bald wird das Jahrtausend enden, das zweite in dieser Zeit,
es hielt die Welt in seinen Händen mit all ihrer Last und all ihrem Leid.
Es hat so viel davon gesehen, daß nichts es mehr erschüttern kann.
Es weiß, trotz Warnung wird geschehen was immer ersonnen der Menschen Wahn.
Es weiß auch, daß manchmal Blumen blühten im Garten der Zuversicht,
doch wer konnte sie jemals behüten vor des Menschen Hand - die alles bricht.

Im kalten Winter der Apenninen ging ein König um Buße zu tun,
denn im Kampf um Macht ist Verlust und Gewinn dicht beieinander wie Schande und Ruhm.

Ritter sah es das Kreuz erheben, die waren weder edel noch fromm,
dem Reichtum galt ihr einziges Streben, nicht daß sie in den Himmel kommen.

Ein „schwarzer Ritter“ sattelte auf und mit seiner Sichel Gewalt
raffte er alles hin zuhauf, ob arm oder reich, jung oder alt.

In einer dunklen, düsteren Zeit wurden tausende Feuer entfacht.
In ganz Europa brannte der Scheit und im Geiste blieb es Nacht.

Kriege sind ins Land gegangen von hundert und von dreißig Jahren,
kein Ende nahmen Angst und Bangen, nichts konnte je davor bewahren.

Der Geist des Forschens wurde geweckt und strebte nach allen Orten.
Weltbilder wurden neu entdeckt, auf der Landkarte und in Worten.

An der Seine stürmte das Volk die Bastille - wie es hieß für Gleichheit und Recht,
sie beendeten blutig die Monarchie und waren nicht weniger schlecht.

Ein Kaiser, gekrönt von eigener Hand, wollte ganz Europa besiegen,
er zog bis ins entfernteste Land und mußte sich doch mit einer Insel begnügen.

So mancher hatte neue Ideen, die waren nicht schlecht gedacht,
doch könnten die Denker jemals sehen was man später daraus gemacht.

Fortschritt ward zum bestimmenden Wort und machte seinem Namen alle Ehr`,
er schritt schnell und immer weiter fort, heute laufen wir ihm hinterher.

Er war nicht der erste Krieg auf der Welt, doch er wurde der Erste genannt.
Er machte Europa zum Schlachtfeld, das blutige Schwert in der Hand.

Im Osten stürzten sie den Zar für ein Leben ohne Armut und Schmach,
bis auch das Trugbild der roten Schar nach Jahrzehnten endlich zerbrach.

Es zündete eine braune Fackel in Deutschland lichterloh,
sie loderte durch Europas Shtetl und verbrannte Menschen wie Stroh.

Unbeschreibliche Verwüstung, die noch geschah, sie wurde zweiter Weltkrieg
genannt - und hinterließ ein geteiltes Europa und ein geteiltes Land.

Als der Friede hier endlich gefunden, blieb in der Welt die Not,
Menschenrechte werden geschunden, Bilder von Grausamkeit, Elend und Tod.

Begeisterter Worte klingender Ton und der Hoffnung edle Schätze
klangen der Geschichte stets wie Hohn, denn was blieb waren blutige Plätze.

Dinge geschahen und geschehen für die man keine Erklärung fand,
denn sie sind nicht zu verstehen - sie sind wider den Verstand.

Die Welt brennt heute an allen Enden - man hat sich noch immer nicht besonnen.
Wer kann das Unheil jetzt noch wenden? Wer hätte je damit begonnen?

Das Jahrtausend lag in Wehen mit Hoffnung, die groß und gut war,
und mußte mit Entsetzen sehen, daß es Haß und Leid gebar.
Es sah so vieles in seiner Zeit: das Fatum sah es die Hand erheben,
es sah durch der Menschen Unmenschlichkeit die Grundfeste erbeben.
An vollen Tischen wurde gezecht, wir sind in der letzten Dekade,
retten kann uns nunmehr kein Recht, sondern allenfalls Gnade.
Wenn das Jahrtausend dann beschließt, die Zeit ist nicht mehr fern, wünscht:
daß es segnet, was es in unsere Gläser gießt und laßt sie uns auf einen Zug leer`n.



Und nun schreiben wir das Jahr 2014 – Verkürzte Übersicht in drei Punkten:

1. In europäischen Städten herrscht Pogromstimmung:
Der latent vorhandene Antisemitismus einer nicht unerheblichen, wenn nicht der überwiegenden Zahl der Bevölkerung, welcher über viele Jahre mit einer betont einseitigen Darstellung des Nahost-Konfliktes und angeblicher „Israelkritik“ nicht zuletzt von den Medien ständig geschürt wurde, bricht sich Bahn. Und plötzlich ist das Staunen und die Empörung groß. Nun überschlägt man sich von offizieller Seite förmlich in Bekundungen, daß es natürlich! keinen Antisemitismus mehr geben darf. Na, wie hamas denn? Hat denn keiner die Zeichen gesehen? Doch, einige schon. Aber wenn diejenigen, wie bspw. Henryk M. Broder, immer wieder darauf hingewiesen haben, wurden sie diskreditiert. Denn „allzu sehr“ auf antisemitische Tendenzen aufmerksam zu machen, könne geradezu „inflationär“ wirken und dem „wirklichen Bemühen“ diesem entgegenzuwirken gar „Schaden“ zufügen. G ä h n a u, denn in Deutschland beginnt Antisemitismus erst mit der millionenfachen Vernichtung von Juden, meinen die Antisemiten und die müssen es schließlich wissen!

Der entfesselte Zwerg und der gefesselte Riese      |      Eskalation bei Demo in Bremen      |      Für Israels Recht auf Verteidigung

Wahnkranke und solche die es werden wollen      |      Pro- und antiisraelischen Demonstrationen      |      Operation Protective Edge

Demagoge des Mainstreams      |      Die Zwei-Staaten-Loesung ist tot      |      Israels Geheimdienst-Minister

2. Der Westen sucht die Konfrontation mit Rußland:
Da haben wir ihn wieder, „DEN Russen“, das alte Feindbild des Westens, nach welchem man sich seit Gorbatschow so gesehnt hat. Endlich ist er wieder da, der russische Bär und streckt seine Tatzen nach der Krim und der Ukraine aus – wie von den Medien suggeriert wird. „Putin rasselt mit dem Säbel“ und bei SPIEGEL-ONLINE hieß es im April: „Der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk wirft Russland vor, einen "dritten Weltkrieg" anzetteln zu wollen. Die Versuche des Kreml, einen Konflikt in der Ukraine vom Zaun zu brechen, würden zu einer militärischen Auseinandersetzung in Europa führen.“ Anhand dieser Aussage wird klar: da fühlt sich jemand unglaublich stark, so stark, daß er das Szenario eines Dritten Weltkrieges herauf beschwört. Die Frage ist, woher nimmt dieser Jemand seine „Stärke“? Oder wie bitte will die Ukraine mit Rußland in einen Dritten Weltkrieg treten? Wenn sich da mal nicht jemand in seiner Euphorie verplappert hat. Das scheint selbst denen zu offensichtlich gewesen zu sein, auf deren Stärke sich derjenige beruft und so war ziemlich schnell keine Rede mehr davon. Was allerdings nicht heißen soll, daß damit die Gefahr gebannt ist, denn deutlich wird damit nur von wo sie ausgeht.

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3. Und Deutschland IST wieder WER bzw. will es wieder werden:

Die deutsche Verteidigungsministerin, welche offenbar ihr Amt lieber als Kriegsministerin wahrnehmen würde, ist der Meinung „...daß Deutschland mit all seinen diplomatischen, militärischen und Entwicklungshilfefähigkeiten nicht abseits stehen darf und der deutsche Außenminister vertritt die Ansichten: „Deutschland ist eigentlich zu groß, um Weltpolitik nur von der Außenlinie zu kommentieren.“ sowie: Deutschland muß bereit sein, sich außen- und sicherheitspolitisch früher, entschiedener und substantieller einzubringen.“ Das hört sich aber verdammt nach „geistiger Mobilmachung“ an. Weiß der Typ eigentlich nicht wie es jedesmal endete, wenn Deutschland seine "Größe" entdeckt hat. Es ist doch nicht zu fassen, knapp 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges sind sich deutsche Minister einig, daß Deutschland mal wieder Weltgeschichte schreiben sollte... In all dem steckt jedenfalls noch „Potential“ für die nächsten 986 Jahre.