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Paukenschlag
10.11.2016

Die Amerikaner haben gewählt. Es war ihnen – jedenfalls denen, die guten Willens sind – und der Welt zu wünschen, daß ihre Wahl so ausfiel. Hätten sie sich anders entschieden, wäre die Kriegsmaschinerie ungebremst in den nächsten Weltkrieg gesteuert worden. So wurde zumindest das Tempo verringert. Ob der Krieg nun zu vermeiden ist, wird sich zeigen. Daß der zukünftige amerikanische Präsident ihn vermeiden möchte, halte ich für gegeben, aber die Frage ist, ob es in seiner Macht steht. Sein Wahlsieg spricht jedenfalls dafür, daß es noch Amerikaner gibt, die bei Verstand sind, sowohl im Volk, als auch hinter den Kulissen. So besteht wenigstens Hoffnung auf ein friedlicheres Miteinander oder wie es Georg Christoph Lichtenberg formulierte: „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.“ Und anders wird es wohl werden. Das ist schon mal was.

Trump wirft man unter anderem vor, daß er keine politische Erfahrung hat. So, so! Was, bitte, prädestiniert denn unsere Politik-Figuren für ihre Ämter? Eine FDJ-Karriere reicht schon mal für das Amt der Bundeskanzlerin und eine, nur durch die zeitliche Distanz verhinderte Mutterkreuzträgerin avanciert mir-nichts-dir-nichts zur Kriegsministerin. Dabei kann die „Gute“ wahrscheinlich nicht mal eine Knicker von einer Kalaschnikow unterscheiden, macht aber nichts, solange NATO und Rüstungsindustrie zufrieden sind. Und nun ist die Ministerin schwer geschockt. Tja, dumm gelaufen, wenn der zukünftige amerikanische Präsident nicht ganz so in das NATO-Horn bläst, wie man sich das vorgestellt hat. Geschockt sind natürlich auch die Medien, deren Gekreische sich förmlich überschlägt.

Und während sich die Kanzlerin prompt darin gefällt, den „Politik-Neuling“ an seine „Verantwortung für die weltweite Entwicklung“ zu erinnern, wünscht sich das Auswärtige Amt plötzlich „ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Russland und den USA“. Denn: „Das haben wir an dieser Stelle anhand einer konkreten Krisenlage, nämlich der in Syrien, immer wieder uns gewünscht und auch gefordert, dass die beiden Großmächte im Westen und im Osten zueinanderfinden, um miteinander politische Lösungen zu vereinbaren und durchzusetzen“. „Niemand in der Bundesregierung hätte etwas dagegen, dass es ein gedeihliches, vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Russland gäbe.“

Oi, joi, joi, die Bundesregierung würde das sogar erlauben, aber nicht nur das, sie hat es sogar gefordert! Ehrlich - so viel Frechheit sollte wenigstens weh tun! Wer, nach all seinen bisherigen Handlungen (bspw. die Unterstützung amerikanischer Kriegstreiberei und NATO-Aggression sowie willkürliche Sanktionen gegen Rußland oder die Hasstiraden gegen Putin und ebenso gegen Trump), so etwas in dem Glauben von sich gibt, daß ein derart verlogenes Gesülze bei den Angesprochenen Gehör finden könnte, dem ist nicht mehr zu helfen. Putin und Trump müssen sich nicht mal mögen, doch beide wurden mit dem gleichen Hass und der gleichen Häme überschüttet und das verbindet in gewisser Weise. Darum könnte es eine böse Überraschung für die kleinen europäischen und deutschen Hetzer geben, die sich für den Nabel der Welt halten. Denn sie können sowohl in einem Krieg zwischen Rußland und Amerika platt gemacht, als auch durch eine Annäherung zwischen beiden zerrieben werden. Einfach so. Weil sie selbst kein Rückgrat besitzen und nur nach der Pfeife anderer, genauer gesagt, nach amerikanischer Blockflöte getanzt haben, welche sich nun als ein ganz anderes Instrument erweisen könnte. Und wenn Trump halbwegs der ist, der er zu sein scheint, stehen die Karten gar nicht so schlecht, daß dieses jämmerliche Dissonanz-Orchester gründlich aufgemischt wird.