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Terror - diesmal in Nizza
18.07.2016

Es zeichnet sich ab, daß der Terror in Europa allgegenwärtig wird. Etwas, womit Israel schon seit langem konfrontiert ist. Da war und ist „man“ sich allerdings immer einig, daß dieser natürlich von Israel selbst provoziert wird und die israelischen Reaktionen völlig unangemessen sind... aber so was von! Verurteilt wurde auch Rußland, als es beispielsweise im Zweiten Tschetschenienkrieg rigoros gegen Terrorattacken vorging oder wenn es in Syrien den IS bekämpft. Dieses selbstgerechte westliche Europa, daß sich stets empört, wenn andere auf Bedrohungen entsprechend reagieren, scheint nicht zu bemerken, daß es, mit: „du,du,du, das daaf man aber nicht“ oder „wir wollen doch alle lieb zueinander sein“, immer tiefer in die Misere gerät. Wie haben sie wieder getönt, die, die den Terror anderswo so gern unterstützen. Das schlimmste Geschwafel kam mal wieder von der deutschen Kanzlerin. Vom Kampf ! gegen den Terror wurde erneut gefaselt und Solidaritäääät! Solidarität mit Frankreich! geschrien. Und das soll die ganze Kampfansage sein? Solidarität bedeutet eine Haltung der Verbundenheit, ein Zusammenhalt auf der Grundlage gleicher Anschauungen. Sie schreien also nach nichts anderem, als nach dem gemeinsamen Untergang.

Was keiner von denen hat, ist ein Plan zur Terrorbekämpfung und der Wille zur konsequenten Umsetzung eines solchen. Oder doch? Wahrscheinlich sollen sich die Terroristen alle tot-lachen. Und zwar nicht nur über die völlig verpeilte politische Richtung der westlichen Staatengemeinschaft, sondern auch über das teilweise degenerierte Volk, das mit zynischen Relativierungsversuchen und sonstigem Heile-Welt-Gelaber aufwartet. Diese zarten Seelchen, die sich an ihrem (wie es mal jemand treffend formulierte) „Betroffenheitserbrochenem“ laben, Schilderchen mit tränenden Herzen malen und „Warum?“ dazu schreiben. W-A-R-U-M? Hätten sie Schiller gelesen statt Pokémon gespielt, wüßten sie es, denn der ließ seinen „Wilhelm Tell“ sagen: „Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“

Allen Angehörigen und Freunden bleibt ihr Schmerz und ihre Trauer unbenommen. Aber mir graut vor der Euphorie dieser kollektiven „Anteilnahme“. Vor Menschenmassen, die mit Feuerzeugen und Kerzen in der Hand ihrer „Verletzlichkeit“ frönen und in ihrer Friedens- und Nächstenliebe den Penner oder den streunenden Hund am Straßenrand einfach niedertrampeln. Doch es gibt auch die andere Variante. In einigen Berichten zum Attentat wurden Augenzeugen interviewt, auch wenn sie vielleicht erst nach dem Anschlag zur Promenade geeilt waren, u.a. deutsche Touristen. Während sie darüber sprachen, wie schockierend das Ereignis doch war, wirkten manche als kämen sie vom Bungeespringen, welches sie mit Bravour überstanden hatten. Mimik und Augen widerspiegelten eine faszinierte Aufgeregtheit und man mußte jeden Augenblicke damit rechnen, daß einer sagt: Geil, ey! Schließlich waren sie dort und können darum anders punkten als die Herzchen-Maler. Wirklich begriffen worum es geht, haben weder die einen noch die anderen. Denn den Herzchen-Malern werden irgendwann die Buntstifte ausgehen von der vielen Malerei und spätestens wenn die Augenzeugen tatsächlich selbst betroffen sind, werden sie merken, daß es sich nicht um Dreharbeiten für einen Action-Film handelt.

Die politische Kaste hat genau so wenig begriffen. Während der Terroranschläge in Paris am 13. November 2015, ließ man im Stade de France nicht etwa Polizei oder Sicherheitsdienste über die Sicherheit von 78.000 (!) Zuschauern entscheiden, sondern die beiden Fußballtrainer. Und das, während die Terroristen bereits im Bataclan-Theater wüteten. Die Entscheidung, Spielabbruch ja oder nein, die auf der Grundlage einer umfassenden Risikoeinschätzung zu treffen war, wurde Laien überlassen. Aber warum eigentlich die Trainer, man hätte doch auch die Getränkeverkäufer fragen können.

Schließlich rief man nach den damaligen Anschlägen den Ausnahmezustand aus, welcher dann bis Ende Juli d.J. verlängert wurde. Und nun erkläre mir jemand, wie ein Terrorist unter diesen Voraussetzungen mit einem 19-Tonner über eine Strecke von 2 km in eine für Fahrzeuge gesperrte Straße voller Menschen rasen kann. Ach ja, er hat – nach Medienmeldungen – erklärt, einen Eiswagen zu fahren und alle Sicherheitsbeamten gaben sich mit der Erklärung zufrieden, obwohl sich in dem Gefährt auch noch gut und gerne 20 Terroristen mit Maschinengewehren befinden konnten. Es waren allerdings nur einige Waffen und untaugliche Granaten darin. Doch wenn die Sicherheitskräfte in den Laster geschaut hätten, wäre ihnen vielleicht trotzdem, irgendwie..., die Idee gekommen, daß es gar kein normaler „Eiswagen“ war.

Ist das alles möglich? Ja! Leider ist es das. So wie es möglich ist, daß Europa nicht die geringsten Anstalten unternimmt, dieser Gefahr Herr zu werden. Und das wird es weiterhin nicht tun, sondern nach islamistischen Anschlägen werden einige schnellstens eine Moscheen aufsuchen, damit sich die Muslime auch ja keinem „Generalverdacht“ ausgesetzt sehen und andere werden darauf aufpassen, daß solche Anschläge nicht für antimuslimische und „fremdenfeindliche Propaganda“ mißbraucht werden, denn das wäre nun wirklich das Allerschlimmste am Terror. Na ja, vielleicht klappt es ja und die Terroristen lachen sich wirklich noch tot darüber.