Home     Zurück
Deutsche Wirtschaftsnachrichten | Novo Argumente - Aktuell | Novo Argumente - Rauchen

Wer mit dem Teufel ißt, muß einen langen Löffel haben.
23.11.2015

Wer ihn aufzieht und füttert erst recht! Es ist gängige Praxis der USA, für ihre Zwecke Terrorgruppen zu benutzen. Diese bezeichnet man dann wahlweise als Rebellen und mittlerweile sogar als „moderate“ Terroristen. Moderate oder gemäßigte Terroristen gibt es natürlich nicht, denn dann wären es keine - aber genehme! Darum ist es den USA und ihren Verbündeten auch immer noch wichtiger al-Assad zu beseitigen, als der globalen Terrorbedrohung durch den IS Einhalt zu gebieten. So ist es auch nicht verwunderlich, daß sich der IS, seitdem er von der US-geführten Allianz „bekämpft“ wird, munter ausbreiten konnte.

Ja, die USA und ihre Vasallen und Knechte, eine lange Geschichte. Saudi-Arabien kann man eher zu den Vasallen zählen, die Europäer sind bestenfalls Knechte. So benehmen sie sich auch, hörig und unterwürfig. Macht ja nichts, wenn die USA Kriege und Terror verbreiten, denn nichts anderes ist die Verwendung von Drohnen, solange es irgendwo, aber nicht hier geschieht und man mit Waffenlieferungen sogar noch daran verdienen kann. Es macht auch nichts, wenn Terrororganisationen unterstützt werden, solange sich diese irgendwo, aber nicht hier austoben.

Der an Selbstgerechtigkeit nicht zu überbietende Westen weiß immer genau was richtig und falsch ist, wer die Guten sind und wer die Bösen. Auf der Grundlage dieser Kenntnis werden auch gern Ratschläge gegeben, zum Beispiel an Israel. Dieses müßte nur ein bißchen netter sein, einfach indem es sein Recht auf Selbstverteidigung und damit seine Existenz aufgibt, und schon gäbe es keinen palästinensischen Terror mehr. In politischen Foren habe ich vor Jahren auf dieses Ansinnen westlicher „Friedensengel“ geantwortet, daß es mal interessant wäre zu sehen, wie man in Europa auf eine ständige Terrorbedrohung reagieren würde. Damals schrieb ich, es müßten nicht mal reale Anschläge sein, sondern nur jede Woche hier und da ein paar „Knallfrösche“, denen eine Drohung vorangegangen ist. Das würde sicher reichen, um die westliche Welt auf den Kopf zu stellen. Nun ist der wirkliche Terror in Europa angekommen. In Paris fanden gleichzeitig mehrere Anschläge statt – UND: statt, wie man es Israel empfiehlt, den Terroristen nett zu begegnen, ist plötzlich von Krieg die Rede.

Na so was. Dabei müßten wir uns evtl. nicht einmal wie Israel selbst opfern, sondern vielleicht nur unsere Kultur. So wie der palästinensische Terror seit Jahren vom Westen mitfinanziert wird, so auch der islamistische. Der Unterschied besteht lediglich darin, daß man sich beim palästinensischen Terror ziemlich sicher sein konnte, daß er „nur die Juden“ trifft und beim islamistischen Terror zumindest gehofft hat, daß er sich auf andere Regionen „beschränken“ wird. Also alle anderen, nur nicht wir. So ist es nun mal, das westliche Wertesystem, es unterscheidet zwischen wertvollem und weniger wertvollem Leben, sonst wäre es ja kein Wert(e)-System. Das liest sich dann so: „Die Kriege und die Zerfalls- und Entzivilisierungsprozesse in der arabisch-islamischen Welt lassen sich nicht lokal begrenzen, und sie lassen sich nicht ignorieren.“ So so, sie lassen sich nicht lokal begrenzen (sic) und ignorieren lassen sie sich auch nicht (mehr!) - also bisher ging Letzteres ganz gut. Aber so kann´s sein, wenn sich die Perspektive ändert.

Seitdem Rußland in Syrien gegen den IS kämpft wird es dafür kritisiert. Nicht verwunderlich, schließlich ist viel Geld und Mühe investiert worden, um mit Hilfe von Terrorgruppen Krieg und Chaos zu verbreiten, nicht nur in Syrien. Schon die Taliban in Afghanistan wurden von Verantwortlichen des US-Außenministeriums als "unsere Jungs" bezeichnet und die Machenschaften, die zum Putsch in der Ukraine (einem gelehrigen US-Schüler) geführt haben, runden das Bild ab.

Die russischen Einsätze gegen den IS sind da natürlich äußerst kontraproduktiv und immer deutlicher offenbart sich dadurch das skrupellose Wesen des selbsternannten Welt-Heilsbringers USA. Dessen Annahme, auf Dauer ohne eigenes Risiko den „Rest“ der Welt als Kriegs- und Terrorgebiet für die eigenen Interessen zu mißbrauchen, dürfte sich als folgenschwerer Fehler erweisen. Und das nicht nur hinsichtlich ihres Umgangs mit Terrororganisationen, welche irgendwann die Hand, die sie schützt und füttert anfallen werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die USA und ihre Verbündeten die Kontrolle über ihre Schützlinge verlieren.

Auch die dem Zweck zentraler Steuerung durch die USA dienende Nichtregierungsorganisation EU könnte sich als Fehlinvestition erweisen - sofern noch ein Funken Selbsterhaltungstrieb in einigen europäischen Ländern vorhanden ist bzw. spätestens dann einsetzt, wenn sie mit den Konsequenzen ihrer US-Hörigkeit „nachhaltig“ konfrontiert sind. Der Krieg in Syrien, die Globalisierung des islamistischen Terrors und die nach Europa strömenden Menschenmassen könnten - normalen Menschenverstand vorausgesetzt – für einen Erkenntnisgewinn hilfreich sein. Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, wäre es allerdings im wahrsten Sinne des Wortes Not-wendig, daß sich die Staaten Europas schnellstens von der Vormundschaft der USA und damit von dem Wahnprojekt EU und der kriegstreibenden NATO lösen. Ob ihnen das noch rechtzeitig gelingt, ist zweifelhaft. Die Menschheit wird halt durch Schaden blöd.

Besuchen sie Europa solange es noch steht.