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Wollt Ihr den totalen Herbst?
31.08.2014

Ob ja oder nein, egal, er wird kommen. Die letzten Rosen werden verblühen, der Nebel wird seinen Schleier über Wiesen und Felder breiten. Und nach dem Winter wird es einen neuen Frühling geben - hoffentlich. So jedenfalls ist der Lauf der Natur. Ob wir den totalen Krieg wollen, wurde diesmal nicht gefragt. Vermutlich weil sich, trotz größter Bemühungen von Politikern und Medien mit unlauterer und aggressiver Hetze, einen „Kriegswunsch“ in die Bevölkerung zu implantieren, die Begeisterung dafür in Grenzen hält.

Von Anfang an hat man dabei versucht, Putin zu dämonisieren. Allein die entsprechende Wort- und Bildwahl war bezeichnend und steht der Kriegspropaganda der Nazis in nichts nach. Wie medienbesoffen muß man eigentlich sein, um das nicht zu merken und sich nicht die Frage zu stellen, was damit bezweckt wird?

Seit dem Zerfall der SU verfolgt der Westen unter Führung der USA und der Nato gemeinsam mit der EU eine Strategie der Machtausweitung, welche die Interessensphären Rußlands zunehmend bedroht. Dabei wird immer mehr gelogen und immer unverfrorener vorgegangen, bspw. indem man offen Wohlwollen zu antirussischen Bestrebungen bekundete:

Zitat MZ „Wer hat nicht alles auf dem Maidan Hände geschüttelt und Grußworte gesprochen: Der ehemalige polnische Regierungschef Jaroslaw Kaczyinski von der konservativen Partei PiS, der amtierende deutsche Außenminister Guido Westerwelle, der ehemalige georgische Präsident Michail Saakaschwili, der gegen Russland 2008 schon einen Krieg führte, und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton. Am Mittwoch verteilte dann auch noch die Sprecherin des Weißen Hauses, Victoria Nuland, auf dem Maidan Brot und Kekse an Demonstranten und ein paar hungrige Polizisten.“

Es ging natürlich nicht nur um die Bekundung, gleichzeitig wurden auch Geldversprechen in Milliardenhöhe gegeben. Und während die USA verdeckt und offen antirussische Unterstützung leistet, wirft man Putin Provokation und Eskalation vor, wenn er einen Hilfskonvoi in die Ostukraine schickt. Insbesondere Deutschland dreht kräftig mit am Rad (sowohl als auch). Während die vom Westen geförderte Entwicklung in der Ukraine sich immer weiter zuspitzt, fuhr eine Frau Merkel nach Kiew, um „angesichts der Konfrontation mit Russland ein Zeichen der Unterstützung“ für die dortige Regierung zu setzen. Also wirklich, was für eine weitsichtige und um Deeskalation bemühte „Diplomatie“, wenn man jemandem so demonstrativ auf die Schulter klopft, um zu zeigen wo man steht. Übrigens hatte sie schon zuvor unverdrossen die „besonnene Reaktion“ der Ukraine auf den russischen Hilfskonvoi gelobt! und Rußland in diesem Zusammenhang vorgeworfen, „eine Eskalation der ohnehin schon angespannten Situation billigend in Kauf“ zu nehmen. Ach so! Es ist also eine „besonnene“ Ukraine, die einen Hilfskonvoi wochenlang nicht passieren läßt, während dessen sie die Zivilbevölkerung der Ostukraine massiv unter Beschuß nimmt. Dann ist es sicher auch eine „besonnene“ Ukraine, wenn deren Repräsentanten, eingedenk Ihrer Unterstützer, bereits vor Monaten von einem Dritten Weltkrieg faselten. „Sieh da, sieh da, Timotheus ...“

Der mit Abstand Einzige, der in dieser westlich-inszenierten Schmierenkomödie, welche auf dem „besten“ Weg ist, in einem europäischen Drama zu enden, bisher tatsächlich Besonnenheit gezeigt hat, ist Putin. Wer das nicht versteht, stelle sich einfach mal vor, wie die USA oder ein europäisches Land darauf reagieren würden, wenn es direkt vor ihrer Haustür zu einem von Rußland entfachten und von diesem offen protegierten angeblichen „Volksaufstand“ käme, der das Ziel verfolgt, einen antiamerikanischen bzw. antieuropäischen Vorposten zu etablieren. Bevor der Westen in der Ukraine interveniert hat, was nach Art. 2 Nr. 7 der UN-Charta unzulässig ist, gab es unter Putin von russischer Seite zu keiner Zeit Anzeichen einer "expansorischen" Außenpolitik. Die NATO-Osterweiterung ab 1997 und der heutige Stand der US-Raketenabwehrsysteme sprechen da schon eine ganz andere Sprache. Die Geschichte, die objektiven Fakten und ein bißchen Einfühlungsvermögen reichen, um zu erkennen, daß die mutwillig angestrebte Einverleibung der Ukraine in die EU, geschweige denn in die Nato, für Rußland eine Provokation und Bedrohung darstellen muß. Daß Putin dem Treiben nicht endlos zuschauen konnte, war darum abzusehen, wenn nicht sogar "gewünscht".

Im Oktober werde ich noch einige Rosen pflanzen, hoffentlich überstehen sie den Winter gut und blühen im nächsten Sommer.

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