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Die Sache mit dem Wahrheitssystem

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sprach davon, daß Deutschland "Wahrheitssysteme" habe.
Zwar erklärte er nicht, was das ist, aber die Worte Wahrheit und System sprechen ja für sich...

In der praktischen Umsetzung bedeutet das, daß Politiker und Medien grundsätzlich die Wahrheit sagen, die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit! Jedwede Kritik an dieser Wahrheit oder ihrem Handeln ist Hetze oder Hasspropaganda und entspringt zumindest rechter Gesinnung, wenn nicht direktem Rechtsextremismus. Damit einher geht eine Inflation der Worte. Andersdenkende werden als Pöbel und Pack bezeichnet, überwiegend ruhig verlaufende Protestdemonstrationen als Zusammenrottungen und Menschenjagden betitelt, wenn nicht gar von Lynchjustiz und Pogromen die Rede ist.

Doch selbst ein Kenner der "Wahrheitssysteme" kann sich in diesen schon mal völlig verheddern. So verkündete Kretschmer: "Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd und es gab keine Pogrome in dieser Stadt." Und er fügte hinzu: "Aber die, die es getan haben, sind schlimm genug - und denen sagen wir den Kampf an." Eine klare Ansage ist natürlich immer gut. Allerdings sollte man schon wissen, an wen man sie warum richten will. Damit scheint der Ministerpräsident aber eindeutig überfordert zu sein.

Weiter meinte Kretschmer noch, daß es UNS gelingen muß, "dass wir nicht Fake News die Oberhand lassen." Na gut, wo er recht hat, hat er recht - das sehen andere auch so.

PETITION: „Frau Bundeskanzler, bitte belegen Sie ihre Behauptungen!“

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat ebenfalls "Zweifel an Hetzjagden während der Demonstrationen in Chemnitz geäußert." DAS geht nun aber gar nicht - finden SPD, Linke und Grüne: "Wenn der Chef des Inlandsgeheimdienstes der Bundeskanzlerin öffentlich widerspricht, muss er für seine Behauptungen jetzt umgehend Beweise vorlegen". Öffentlich der Kanzlerin widersprechen, na glaubt man´s denn, das ist doch Majestätsbeleidigung. Nun ja: "Man muß in den Dreck hineingeschlagen haben, um zu wissen, wie weit er spritzt." ER soll also beweisen, daß SIE keine Beweise hat, während sie nicht beweisen kann, daß sie welche hat - eine Sternstunde deutscher Logik. Aber was soll´s, schließlich gibt es "120 Ermittlungsverfahren nach Ausschreitungen in Chemnitz". Bedauerlich nur, daß nicht erwähnt wird, um was für Ausschreitungen es sich handelt und gegen wen ermittelt wird. Jedenfalls sollen die Anzeigen größtenteils von Polizisten erstattet worden sein. Dann könnte es doch auch etwas damit zu tun haben, daß bei dem fröhlichen Totentanz Gruppen auftraten, die für ihre polizeifreundlichen Texte bekannt sind - übrigens von Steinmeier empfohlen und von Göring-Eckardt bejubelt. Und die Moderatorin des "Konzerts" wußte sogar noch mehr als die Kanzlerin, denn sie sagte (ab 8:40) "Und deshalb lasst uns auch an die Menschen erinnern, die Opfer von rechter Gewalt und Hass in diesem Land geworden sind. Ich bitte euch nun eine Minute zu schweigen für Daniel Hillig." Sieh einer an! - der Ermordete war Opfer rechter Gewalt, so ergibt es sich - wenn auch nicht explizit formuliert - aus dem Kontext. Mit dem Wort Faktenresistenz dürfte eine derartige Unverfrorenheit zwar zu harmlos umschrieben sein, aber für so etwas fehlen einem glatt die Worte.

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